WLAN Richtfunk & Bridge: So verbindest du zwei Gebäude stabil miteinander

Aktualisiert am: 17. Mai 2026 | Lesezeit: ca. 6 Minuten | Dein Experten-Guide für Netzwerktechnik

Du möchtest das Bürogebäude mit der Produktionshalle vernetzen oder das heimische WLAN in das 100 Meter entfernte Gartenhaus bringen, ohne Gräben für Erdkabel ziehen zu müssen? Die Lösung lautet: Punkt-zu-Punkt WLAN (WLAN Bridge / Richtfunk).

Dank moderner Technologien lassen sich Distanzen von wenigen Metern bis hin zu über 30 Kilometern überbrücken – und das mit Datendurchsätzen, die einer Glasfaserverbindung in nichts nachstehen.


Grundvoraussetzung: Line of Sight (Sichtverbindung)

Die wichtigste Regel für eine stabile Richtfunkstrecke lautet: Freie Sichtverbindung (Line of Sight - LOS). WLAN-Funkwellen auf großen Distanzen sind extrem empfindlich.

  • Auf kurzen Distanzen (bis ca. 100m): Hier kann das Signal oft noch durch ein Holzhaus oder ein Blätterdach dringen, wenngleich mit leichten Verlusten in der Bandbreite.
  • Auf großen Distanzen (ab 250m): Ein absolut freies Sichtfeld ist zwingend erforderlich. Massive Hindernisse wie Betonwände, dichte Baumkronen oder Erhebungen machen einen stabilen Betrieb unmöglich.

Unser Rat: Montiere die Antennen immer im Außenbereich, idealerweise auf dem Dach oder an einem hohen Mast.


Welches Frequenzband ist das Richtige?

Die Wahl der Frequenz entscheidet über Reichweite und Datendurchsatz.


2,4 GHz – Nur noch im Ausnahmefall

Das 2,4 GHz Band ist heute extrem überlaufen. Wir raten vom Aufbau einer 2,4 GHz Bridge ab, es sei denn, du befindest dich weit draußen auf dem Land und musst ein leichtes Hindernis durchdringen.


5 GHz – Der stabile Standard

Das 5 GHz Band ist die absolute Standard-Empfehlung. Es bietet deutlich mehr überlappungsfreie Kanäle, wird weniger von Nachbarnetzwerken gestört und liefert bei modernen ac/ax-Standards reale Datendurchsätze von bis zu 500 MBit/s.


60 GHz – Gigabit-Speed für Profis

Für extrem datenintensive Anwendungen (z.B. 4K-Kameraüberwachung oder Server-Sync) empfehlen wir das 60 GHz Band. Diese Hochfrequenz ermöglicht Gigabit-Datendurchsätze bei extrem niedriger Latenz.


Hardware: Unsere Empfehlungen

Nutze sogenannte CPEs (Customer Premises Equipment). Das sind wetterfeste Außengeräte, in denen das WLAN-Modul und die Richtantenne bereits optimal vereint sind. Die Stromversorgung läuft bequem über das Netzwerkkabel per PoE (Power over Ethernet).


FAQ: Fragen zur WLAN Punkt-zu-Punkt Verbindung


Darf ich WLAN Richtfunk in Deutschland legal betreiben?

Ja, der Aufbau einer privaten Richtfunkstrecke auf dem eigenen Grundstück ist im 2,4 GHz, 5 GHz und 60 GHz Band anmelde- und gebührenfrei, solange du die gesetzlichen Sendeleistungsgrenzen (EIRP) einhältst.


Kann ich mit einer Richtfunkstrecke durch ein Gebäude funken?

Nein. Eine stabile Richtfunkstrecke benötigt freie Sicht (Line of Sight). Massive Gebäude reflektieren das Signal komplett.