WLAN-Einheiten erklärt: So verstehst du mW, dBm, dB und dBi

Aktualisiert am: 17. Mai 2026 | Lesezeit: ca. 6 Minuten | Dein Experten-Guide für Netzwerktechnik

In unseren Produktbeschreibungen stolperst du oft über Abkürzungen wie dBi, dBm, mW oder Watt. Was auf den ersten Blick wie Fachchinesisch wirkt, ist eigentlich ganz logisch, wenn man das Prinzip dahinter versteht.

Diese Einheiten sind der Schlüssel zur Leistung deines WLAN-Equipments. Wenn du diese Werte kennst, kaufst du garantiert das richtige Zubehör und holst das Maximum aus deiner Hardware heraus.

Die goldene Regel: Je höher der Wert (egal ob dBi, dBm oder mW), desto stärker ist die Sendeleistung oder der Gewinn der Komponente.


1. Milliwatt (mW) – Die pure Sendeleistung

Milliwatt (mW) ist die Einheit für die tatsächliche physikalische Leistung deiner aktiven WLAN-Geräte – also deines Routers, Accesspoints oder USB-Adapters.

Da WLAN-Geräte mit sehr geringer Energie funken, nutzen wir Milliwatt statt Watt. In Deutschland arbeiten Standard-Router im 2,4 GHz Bereich meist mit einer gesetzlich limitierten Leistung von 100 mW.


2. Dezibel (dB) – Der praktische Rechenhelfer

Dezibel (dB) ist eine logarithmische Größe. Das klingt kompliziert, ist aber für dich extrem praktisch: Statt mit komplizierten Formeln zu multiplizieren, kannst du die Werte im Netzwerkbereich einfach addieren oder subtrahieren.

Wir nutzen dB, um das Verhältnis von Verstärkung oder Verlust (Dämpfung) zu beschreiben. Ein langes Antennenkabel hat zum Beispiel einen Verlust von 3 dB. Um die Gesamtleistung deines Systems zu ermitteln, rechnest du einfach alle dB-Werte zusammen.


3. Dezibel Milliwatt (dBm) – Die absolute Leistung

Während dB nur ein Verhältnis beschreibt, ist dBm eine absolute Leistungsangabe bezogen auf 1 Milliwatt. Es ist im Grunde die Watt-Zahl in einer handlicheren Schreibweise.

Die typischen 100 mW eines Routers entsprechen genau 20 dBm. Diese Skala ist deshalb so nützlich, weil Funksignale über Distanz extrem schnell schwächer werden. Mit dBm lassen sich diese riesigen Leistungsunterschiede einfacher darstellen.


4. Antennengewinn (dBi) – Die Bündelungs-Power

dBi beschreibt den Leistungsgewinn deiner Antenne. Wichtig zu wissen: Eine Antenne ist ein passives Bauteil. Sie erzeugt keinen neuen Strom, sie fokussiert die vorhandene Energie nur besser.

  • Hoher dBi-Wert: Starke Bündelung, hohe Reichweite, schmaler Abstrahlwinkel (ideal für Richtfunk).
  • Niedriger dBi-Wert: Breite Abdeckung (Rundstrahler), geringere Reichweite (ideal für Raumabdeckung).

🚨 Achtung Gesetz: Die EIRP-Grenze

In Deutschland ist die tatsächliche Abstrahlleistung (EIRP) streng limitiert. Diese setzt sich aus der gesamten Kette zusammen: Sendeleistung (dBm) + Antennengewinn (dBi) - Kabelverlust (dB).


Die Grenzwerte in der Übersicht:

  • 2,4 GHz Band: Maximal 20 dBm (100 mW).
  • 5 GHz Band: Je nach Kanal bis zu 23 dBm (200 mW) oder sogar 30 dBm (1000 mW) erlaubt.

FAQ: Häufige Fragen zu WLAN-Einheiten


Ist eine Antenne mit mehr dBi immer besser?

Nicht unbedingt. Eine 12 dBi Antenne hat einen sehr schmalen Funkstrahl. Für ein Haus über mehrere Etagen ist eine 5 dBi Antenne oft besser, da sie das Signal breiter verteilt.


Was bedeutet ein negativer dBm-Wert in meiner WLAN-Analyse?

Die Empfangsstärke (RSSI) wird fast immer negativ angezeigt. Je näher der Wert an Null liegt, desto stärker ist das Signal. -30 dBm ist exzellent, bei -80 dBm wird die Verbindung instabil.